Sonntag, 18. November 2012

Das war Lean Kanban Central Europe 2012

Vom 22.-23.11.2012 fand wieder die Konferenz Lean Kanban Central Europe statt - diesmal in Wien, und gemeinsam organisiert von LEANability und it-agile

Knapp 200 Teilnehmer aus 15 Ländern und 5 Kontinenten informierten sich unter dem Motto "Stop starting, start finishing!" zwei Tage lang über die verschiedensten Themen rund um Lean und Kanban. An Speakern waren neben den "üblichen Verdächtigen" wie David Anderson oder Jim Benson auch neue Gesichter gekommen, z.B. Steve Medland, der Toyota Kata als Ansatz zur kontinuierlichen Verbesserung in der Fertigung vorstellte.
Was mich persönlich an der Lean-Kanban-Community fasziniert, ist ihre Offenheit gegenüber neuen und auch durchaus kontroversen Ansätzen. Auf der LESS 2011 in Finnland hielt Jurgen Appelo einen Vortrag, in dem er dem Einen oder Anderen Anwesenden kräftig auf den Schlips trat - und er wurde hinterher für den besten Vortrag der Konferenz ausgezeichnet. Auf der LKCE 2011 in München erklärte John Seddon in seiner Keynote den staunenden Zuhörern, dass Lean so ziemlich das Dämlichste sei, was in den letzten 50 Jahren entstanden ist. Dieses Jahr übernahmen Dave Snowden und Don Reinertsen die Rolle der "Aufrührer".


Dave Snowden meinte, dass Komplexität nach wie vor weit gehend unverstanden ist und die allermeisten Leute in unserer Domäne in diesem Bereich allenfalls dillettieren würden. Und Don Reinertsen erklärte in seiner Keynote in der ihm eigenen ruhigen und messerscharfen Art, dass wir in der Kanban-Community die Implikationen von WIP-Limits und Pull keineswegs vollständig durchdrungen haben, sondern nach wie vor zu häufig an Mythen festhalten. Reinertsens Keynote und der Talk von David Joyce sind übrigens zwei meiner drei Highlights dieses Jahres.

Das dritte Highlight waren aus meiner Sicht (wieder einmal) die Pecha Kuchas - Kurzvorträge, in denen jedem Speaker genau 6 Minuten und 40 Sekunden zur Verfügung stehen, um sein Thema mit Laserfokus zu präsentieren. Und weil das noch nicht schwierig genug ist, wechseln die Folien alle 20 Sekunden automatisch.
Meine Kollegin Meike Mertsch präsentierte Personal Kanban und erfand dabei gleich ein neues Format. Denn in ihrem Vortrag wechselten nicht die Folien automatisch nach 20 Sekunden (sie hatte nämlich keine Folien), sondern es wurden (wunderbar selbst gezeichnete) Flipcharts umgebättert - Low-Tech-Pecha-Kucha also:-)
Danach war der Routinier Markus Andrezak an der Reihe, der in seinen "Irrational Rules" mehr als eine "Gewissheit" in Frage stellte, die sich in der Agilen Community festgesetzt haben - von der idealen Teamgröße bis zur Bewertung von Taylor.
Auch ich durfte wieder einen Pecha Kucha halten und habe einen kleinen Ausflug in die Welt der Schafe unternommen, um mehr über die "Art of Leadersheep" zu präsentieren.
Am Schluss kam der "Don of Lean", Don Reinertsen, mit seinem allerersten Pecha Kucha seines Lebens, zu dem Markus ihn mit sanftem Druck überredet hatte:-) Und zum ersten mal in meinem Leben  hatte ich den Eindruck, einen Hauch von Aufregung bei Don wahrzunehmen. Er sagte dann auch vorher "This is the first and the last time I will do a Pecha Kucha. This format is brutal!"Aber wie sollte es anderes sein? Genau so wie Kent Beck letztes Jahr lieferte er einen erstklassigen Pecha Kucha ab, der nicht nur durch seinen Inhalt überzeugte ("Making Money by buying information"), sondern auch zeitlich perfekt getaktet war. Hier gibt es die Videos aller vier Pecha Kuchas. Und die Leadersheep habe ich direkt hier eingebettet:


LKCE12: Arne Roock - The Art of Leadersheep from Lean Kanban Central Europe on Vimeo.

Neben den Talks selbst gab es noch so allerlei Anderes zu erleben: Der Buchstand mit der größten Auswahl an Lean- und Kanban-Büchern in Europa, einen Cowboy-Hut, Post-It-Kunst, einen Zeichner, der live die wichtigsten Punkte jedes Vortrags festhielt, so dass während der Konferenz eine große Collage entstand, eine große Party mit einem wirklich unglaublichen Zauberer, leckeres Wiener Essen und natürlich viele Gelegenheiten zum Austausch. Als einer der Organisatoren war ich natürlich bis zum Ende ziemlich angespannt, aber als Jim Benson und Tonianne DeMaria Barry hinterher sagten, das sei die beste Konferenz gewesen, an der sie jemals teilgenommen hatten und Don Reinertsen 10 von 10 möglichen Punkten auf dem Feedback-Bogen vergab, war ich dann endlich beruhigt:-) 



Hier noch die wichtigsten Links zur Konferenz Lean Kanban Central Europe 2012:

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